Schleimpilze - Aussenseiter der Evolution

 

Dieses Jahr hat mich die Begeisterung für Schleimpilze komplett erwischt.

Hatte ich immer wieder einmal einen Tag für die Suche und das Fotografieren eingelegt, so bin ich 2016 in die Materie deutlich tiefer und intensiver eingestiegen.

Diese winzigen Pilze sind ohne eine gewisse Grundkenntnis der Art, deren Lebensgrundlage usw. kaum zu finden.

So beschäftigte ich mich intensiv mit den Myxomyceten. Sie vereinen die Lebenensweisen von Tieren und Pilzen, gehörden jedoch keiner dieser Gruppen an.

Schleimpilze sind also trotz ihres Namens keine Pilze. Und das soll nicht das letzte sein, was mich überrascht hat.

 

Es ist für mich faszinierend zu sehen, wie die Schleimpilze die verschiedenen Reifestadien durchlaufen. Sie verändern dabei teilweise ihr Erscheinungsbild komplett, was eine Bestimmung in den unterschiedlichen Reifestadien teils unmöglich macht. Hier hilft es am Ende nur, wenn man Sporen zu einem Experten schickt und diese dann die Art darüber bestimmen.

Dies ist eine gängige und sichere Möglichkeit die sehr häufig zum Einsatz kommt, kommt man mit der Bestimmung über das Aussehen nicht weiter.

Schleimpilze benötigen Todholz, dessen Verrottungsgrad noch nicht am Ende ist. Sie zersetzen das Holz und ernähren sich von den Nährstoffen im Todholz.

Dazu benötigen sie Feuchtigkeit, ohne die sie nicht existieren können. Im letzten Sommer/ Herbst hatten wir extrem wenig Regen und somit auch kaum Schleimpilze. Ich reiste daher immer wieder in den Harz, wo es aufgrund der größeren Höhe deutlich mehr Feuchtigkeit gibt.

Im Harz ist man glücklicher Weise wieder dabei das Todholz liegen zu lassen und es nicht wie in unseren Wäldern alles zu entfernen. Zum einen sehen die Wälder völlig untypisch aufgeräumt aus, zum anderen ist es aus Naturschutzgesichtspunkten absolut Kontraproduktiv. Das Todhlotz bieten den Tieren, Insekten und auch Pflanzen ihre Lebensgrundlage. Es bleibt zu hoffen, dass auch in unseren Wäldern der Windbruch und das Todholz wieder liegen gelassen wird.


Abschließend mus ich einem Fotofreund mal Danke sagen. Ohne ihn wär ich wohl nicht auf den Schleimpilz gekommen. Er ist wohl der Beste in diesem Bereich und seine Aufnahmen spornen mich immer wieder an.

Neben den perfekten Aufnahmen ist es das Wissen was er sich über Jahre angeeigent hat, was mich immer wieder staunen lässt.

Hier benötigt es viele Jahre, um die Hintergrundinformationen zusammen zu sammeln. Denn viele Bücher gibt es nicht und die Community ist doch sehr klein.

Also DANKE MICHA, ich werde in 2017 sicher wieder viel Fragen ;-)

 

Weitere Aufnahmen findet ihr wie immer in der Galerie oder über diesen Direktlink


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Kommentare: 1
  • #1

    Thomas Frankenhauser (fb) (Dienstag, 06 Dezember 2016 00:50)

    Tolle Aufnahmen, Michael! Sind aber die gelben Becherchen nicht Ascomyceten? Und der kleine weiße mit Stiel? - Tut der Qualität der Bilder natürlich keinen Abbruch :-) ! LGT